Monika Palm

Notizen zu Corona

5. Mai 2020

Heinsberg-Studie

Prof. Streeck und sein Team sind großartig. Sie legen eine Studie an, so wie man es im Grundstudium lernt. Die sehr interessanten Ergebnisse sind wissenschaftlich redlich und suggerieren nicht unumstößliche Wahrheit wissenschaftlicher Aussagen, sondern Gültigkeit mit einem begrenzten Gültigkeitsbereich.

Rumgenörgel ist nicht angebracht. Aber vielleicht eine Studie mit ähnlichem Ansatz und größerem Umfang, gleich verbunden mit nützlicher Testung interessanter und oder Risikogruppen.

10. April 2020

Testen – Testen – Testen
„Wir haben eine einfache Botschaft: Testen, testen, testen“, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Montag (16.3.20) in Genf. „Man kann ein Feuer nicht mit verbundenen Augen bekämpfen.“ (Handelsblatt, 30.3.20)
– Einfach gesagt und einfach großartig. –

6. April 2020
Krieg und Frieden
Wenn ich in dieser Corona-Krise auf die USA schaue, so bin ich in froh über die Sachlichkeit und Nüchternheit in Europa.

„ …mit voller Bewaffnung in den Krieg“ – Ich kann mir nicht vorstellen, dass eine Kriegsmobilisierung mit nationaler Identität und Stolz auf Opfer, Leiden und das schliessliche Niederringen des Feindes noch tragfähig ist.

Ich glaube, dass es eher darum geht, die Folgen der Pandemie im Interesse einer Gemeinschaft mit Geduld zu akzeptieren und das Wesen des Virus zu erkennen. Von Wissenschaftler kann man lernen, dass das notwendig ist bspw. um Impfstoffe zu entwickeln.

3. April 2020
Thema: Tests
In den letzten Tagen nehme ich erstaunt wahr, dass sich meine Sicht auf „Corona“ täglich verändert in einem Tempo, das ich nicht gewohnt bin.
Ich verfolge in mir immer wieder einen Prozess von ahnen über einigermaßen wissen bis hin zur Manifestation in Klarheit, die in dieser Zeit notwendigerweise Handlungen nach sich zieht.

Ein Beispiel: Ich hatte vor 3 Wochen einen Infekt und dachte, es wäre doch eigentlich gut zu wissen, ob das ein grippaler Infekt oder Corona ist bzw. war und ob ich ansteckend oder ansteckbar bin. Mit großer Wahrscheinlichkeit war es ein grippaler Infekt und gemäß den gültigen Kriterien war ich keine Testkandidatin. Ich musste mich aber verhalten und im Interesse meiner Patienten und meiner sehr alten Mutter habe ich mich verhalten als wäre es Corona.
Noch ein paar Tage hat es gedauert bis zur Klarheit, dass eine umfangreiche Testung in diesem Land (auch in anderen) dringend notwendig ist, ja dass dies der Schlüssel ist. Ein Argument wie: Es gibt ja nur 7-9% positive Testungen (und die anderen sind unnütz) ist unerträglich verkürzt. Denn um eine Negativtestung zu wissen, ist für den einzelnen ein Riesengewinn.
Und nun, da die Gesundungszahlen steigen, nimmt die Erkenntnis Formen an, wie wichtig es ist zu wissen, wer immun ist, also die Krankheit durchgemacht hat, ob mit heftigen oder leichten Symptomen, und mit geringer Gefahr für sich und die anderen seine Arbeit wieder aufnehmen kann oder zum Beispiel alte und gefährdete Angehörige wieder besuchen kann.
Wir sind unter Generalverdacht und ich glaube, dass das richtig war. Und ich glaube, dass er jetzt behutsam gelöst werden sollte und gelöst werden kann und das im Vertrauen auf die Selbstverantwortung der Menschen.
Repräsentative Untersuchungen (auch Gesunde und nur Verschnupfte) gehören zu dem Komplex dazu, um den Gesundheitsstatus der Bevölkerung und die sogenannte Dunkelziffer einschätzen zu können. Die persönliche Klarheit mit entsprechenden Konsequenzen für das eigene Handeln (erkrankt, nicht erkrankt, durchlebt) und die sozial-politischen Interessen lassen sich bestens miteinander verbinden.
Die Statistikerin Katharina Schüller hat dies mit hervorragenden Argumenten vor langer Zeit (am 24.3.) in einer Petition gefordert und damals noch wenig Gehör gefunden.

Das Interview von Markus Lanz mit Prof. Streek vom 1.4. hat erfreulicherweise eine große Resonanz gefunden hat. Ich denke, ein kollektives Bewusstsein (das ähnliche Reifungsprozesse wie das persönliche durchmacht) konnte es aufnehmen, da die persönlichen Erfahrungen und die persönliche Lösungssuche damit übereinstimmen.
Natürlich möchten wir Politiker, die dem möglichst einen Schritt voraus sind.

Heute nun las ich von der geplanten repräsentativen Studie in München und dem Anlaufen von Antikörper-Testungen!!!